Methoden
Das pädagogische Team arbeitet mit vielfältigen Methoden wie z.B.
· Gesamtgruppe (Morgenkreis, gemeinsame Jause, gemeinsame Feste,…)
· Kleingruppe (Bastelangebote, Bewegungsspiele, rhythmische Erziehung,
theatralisches Darstellen,…)
· Einzelarbeit
Wir unterscheiden zwischen dem freien Spiel und dem begleiteten Spiel. Bei
ersterem wählt das Kind Spiel, Mitspieler, Ort, Zeit, und Material nach eigenen
Wünschen und Interessen aus. Hierbei besteht die Aufgabe der Betreuerinnen darin,
die Kinder zu beobachten, zu begleiten, zu stützen, zu spiegeln – und notfalls auch
zu stoppen.
Beim begleiteten Spiel bringen die Betreuerinnen oder die Kinder selbst Spielideen
ein. Diese werden prozessorientiert modifiziert.
Die Beobachtungen der Betreuerinnen und die anschließenden Gespräche mit den Eltern und dem Kind dienen als
Entscheidungsgrundlage für die Auswahl des Materials und der Methode.
Gruppengröße
Die Anzahl der Kinder ist abhängig von der Anzahl der Integrationskinder.
Derzeit werden 18 Kinder betreut. In der Kernzeit (Vormittag) sind drei Betreuerinnen anwesend.
Elternkontakt
Es besteht für Eltern die Möglichkeit, einen Termin für ein Gespräch mit dem
pädagogischen Team zu vereinbaren, wann immer Fragen, Wünschen,
Unsicherheiten,…auftauchen.
Regelmäßig finden Elternabende statt, um sich auszutauschen und Wichtiges/Ausstehendes zu besprechen.
Eltern sind jederzeit eingeladen, ihre Fähigkeiten in den Kindergartenalltag
einzubringen (Yoga, Spanisch,…)
Eingewöhnungsphase
Es ist uns für die Kinder wichtig, dass die Geborgenheit der Familie erweitert wird um
die Gemeinschaft der Kindergruppe.
Die langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass es für die Eingewöhnungsphase kein
„Rezept“ gibt. Wir bemühen uns, das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt zu stellen
und sowohl Eltern als auch Kindern für diesen bedeutsamen Übergang die Zeit zur
Verfügung zu stellen, die sie brauchen. Konkret sieht dies folgendermaßen aus:
Vertrauensaufbau:
Das Kind kommt zusammen mit Mutter oder Vater und bleibt für ein bis zwei
Stunden. Dabei sollten sich die Eltern passiv verhalten, d.h. weder das Kind
drängen, noch es ständig beschäftigen. Die Betreuerin nimmt Kontakt auf zum Kind,
lädt es zum gemeinsamen Tun ein, und erfährt, welche Beschäftigungen das Kind
anzieht, bzw. ihm vertraut sind.
Erste Trennung:
Frühestens nach 3 Tagen sind erste Versuche einer kurzzeitigen Trennung sinnvoll.
Die Mutter oder der Vater zieht sich zurück, bleibt aber in erreichbarer Nähe. Die
Trennung kann auf 30 Minuten ausgedehnt werden, wenn das Kind ruhig darauf
reagiert. Sonst sollte mit der Trennung noch gewartet werden.
Es kann sein, dass ein Kind schon beim ersten Mal alleine bleibt, weil es die
Umgebung kennt und auch die Betreuerinnen (Kind ist Mitglied der Spielgruppe, oder ein
Geschwisterkind eines Kindergruppenkindes). Hier ist es wichtig, das Kind nicht zu
überfordern und die Dauer des Alleinseins genau festzulegen.
Abschiedsrituale, Kuscheltier von Zuhause… können eine unterstützende Wirkung
haben.
Ablösung:
Wenn ein Kind ausreichend Vertrauen zur Betreuerin hergestellt hat, ist es
eingewöhnt. Auch wenn es beim Weggang der Eltern immer noch protestiert, lässt es
sich von den Betreuern trösten und kann am Spiel in der Gruppe teilnehmen.
Jedes Kind und jede Mutter bzw. Vater bedürfen einer anderen Gestaltung der
Eingewöhnungsphase. Viel Einfühlungsvermögen, Geduld, Vertrauen und
Wahrnehmen ist notwendig in der Zusammenarbeit mit den Eltern, klare Gespräche,
die die Bedürfnisse erkennbar machen. Diese initialen Erlebnisse können prägend
sein für viele Übergänge des weiteren Lebens.
Integration
Wir sehen Integration als Normalität und Bereicherung; dies gilt sowohl für
Menschen mit besonderen Bedürfnissen als auch für Menschen aus anderen
Kulturen.
Kinder mit speziellen Bedürfnissen erfahren ihre Förderung durch:
· die kleine Gruppe
· die Vielfalt an Kindern, die unterschiedlich in der Persönlichkeit und im Alter
sind
· dem sinnlichen Material
· die Natur, die natürliche, allgemeinpädagogische Angebote bietet
· den hohen Betreuungsschlüssel, der ganz spezifische Begleitungsformen
ermöglicht
· den rhythmisierten Alltag
· lebendige Kontakte (heilpädagogisches Reiten, Gärtnerei der Pro Mente,
Bauernhof, Frühförderung,…)
Zur näheren Erläuterung des letzten Punktes ist es uns wichtig, Folgendes klar zu
stellen: Therapien gehören selbstverständlich nicht zu unseren Aufgaben.
Vielmehr halten wir interdisziplinäres Arbeiten für notwendig, um auf die Situation
des Kindes konkret und individuell eingehen zu können. Die Vernetzung mit
Therapeuten (z.B. Beiwohnen einer Ergotherapiestunde mit dem Kind, Einladen des Frühförderers in die Kindergruppe, oder zum Teamgespräch) ist uns ein Anliegen, da
wir uns gegenseitig unterstützen und bereichern.
Die Zusammenarbeit mit der Familie ist grundlegend, das Hereinholen des
Therapeuten ein wichtiger Input für unsere Begleitung des Kindes.
Integration bedeutet für uns auch, mit Organisationen in lebendigem Kontakt zu
stehen, die Menschen mit speziellen Bedürfnissen begleiten. So z.B. die Gärtnerei
der Pro Mente und der Heil- und sonderpädagogische Kindergarten.
Herausheben wollen wir, dass in unserer Kindergruppe Förderung als
Selbstverständnis für jedes Kind gesehen wird.
Das letzte Jahr in der Kindergruppe
Die spezifische Begleitung der 5 – 6 Jährigen
Grundlegend sind folgende Leitlinien: Leben und Sein in der Gemeinschaft,
Förderung der Eigenverantwortung (Selbst- und Sozialkompetenz); Lernen in
ganzheitlichen Zusammenhängen bzw. Lernen auf der Grundlage des praktischen
Tuns und Erlebens (Lernmethodische Kompetenz und Sachkompetenz).
In folgenden Bereichen gibt es spezifische Angebote für die 5-6 jährigen Kinder:
· emotionale und soziale Entwicklung
· Natur
· Ethik und Menschen
· Sprache und Kommunikation
· Bewegung
· Ästhetik und Gestaltung
Konkrete Beispiele:
· Arbeiten mit Montessori-Material (lebenspraktischer, sinnlicher, sprachlicher,
mathematischer und kosmischer Bereich)
· Konstruktions- und Interaktionsaufgaben, von den Pädagogen bewusst
eingesetzt (Höhlenbau, Bewegungsbaustelle, Gartenarbeit, Holzsammeln,
Kochen, Kreis- und Singspiele…). Ziele sollen gemeinsam erreicht werden.
· Kontakte zu Schulen in der Umgebung, und Besuchstage
· Workshops: Jeux Dramatique, Trommelworkshop, Waldtage, Schikurs, Yoga
für Kinder
· Erlebnispädagogische Angebote, z.B. Wir verbringen mit den
Kindergruppenabgängern einen Tag im Wald. (Kochen am Lagerfeuer,
Trinkwasser aus der Quelle, Regenschutz durch eine Plane) Der Übergang in
eine neue Lebensphase wird gefeiert.
· Projekte: Tomatenpflanzen, Beziehungspflege zu alten Menschen
(Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn), Exkursion in Betriebe der Stadt und
Umgebung (Lebkuchenzelterei, Krankenhaus, Feuerwehr, Bauernhof),
Turnhallenbenutzung, Heimatkunde (Kennen lernen und erkunden der
näheren Umgebung um den Kindergarten), Fremdsprachen (Englisch,
Spanisch)